Nachlese Alumnitreffen 2017

Nachdem das Treffen der Erfurter Staatswissenschaftler im Vorjahr in Berlin stattgefunden hatte, ging es für uns Absolventen es Bachelor- und Masterstudiengangs Staatswissenschaften in diesem Jahr zurück an „unsere Uni“ nach Erfurt. Auf dem in wunderschönen Frühlingsfarben leuchtenden Campus fand vom 12. bis 14. Mai 2017 das mittlerweile siebte Alumnitreffen statt.

 

In den in den „Stawi-Hochburgen“ Berlin, Frankfurt und München, aber auch an der dänischen Ostseeküste und am Bodensee waren ehemalige Erfurter Stawis der Einladung unseres Alumnivereins gefolgt. Los ging es fast schon traditionsgemäß am Freitag Abend im Double B, wo es sich bei einem ersten Wiedersehen immer noch genauso entspannt und gemütlich wie früher Neuigkeiten und Erinnerungen bei kühlen Getränken und leckerem Essen austauschen ließ.

 

Am Samstag folgte nicht nur ein Wiedersehen mit anderen ehemaligen Stawisten, sondern auch mit dem Unicampus: Ab 10 Uhr wanderten die Ersten über den Campus und versuchten sich zu erinnern „wo nochmal der Hörsaal 6 war“? War das nicht der Hörsaal im ersten Stock des LG 1? Ach nein, das war im LG 2 – „da hatten wir Ökonometrie“.

Pünktlich zur Begrüßung durch den Dekan der Staatswissenschaftlichen Fakultät, Prof. Dr. Guido Mehlkop, hatten sich die meisten gut gelaunt im Hörsaal 6 eingefunden. Professor Mehlkop hatte viel „Neues aus der Fakultät“ zu berichten: Beispielsweise vom hohen Interesse der Studienanfänger an den Bachelorstudiengängen der Fakultät. Dies sei auch auf den noch jungen Bachelorstudiengang „Internationale Beziehungen“ zurückzuführen. Die hohen Studierendenzahlen seien zwar sehr begrüßenswert, würden die Fakultät aber auch zunehmend an die Grenzen der räumlichen Kapazitäten führen. So sei der Audimax weiterhin nicht nutzbar, weshalb Erfurter Stawis regelmäßig auf die Alte Parteischule am Rande der Stadt ausweichen müssten und den öffentlichen Nahverkehr so vor neue Herausforderungen stellten. Herr Prof. Mehlkop berichtete außerdem von neuen  – weiblichen – Gesichtern im Professorenkollegium sowie von der aktuellen Diskussion über die Frage der Anwesenheitspflicht für Vorlesungen und Seminare. Dieses Thema wurde von den Alumni lebhaft diskutiert: Was bedeutet studentische Freiheit, wie gut müssen Vorlesungen sein und braucht es mehr als einen Studierenden für ein gelungenes Seminar?

 

Weiter ging es mit der Mitgliederversammlung. Sven Morgen berichtete als Vorsitzender des Vorstands unseres Alumnivereins von den Projekten des Vereins und stellte das neu ins Leben gerufene Mentoringprogramm vor. Ziel des Stawi-Mentorings ist es, durch ein Matching von Studierenden und Alumni mit ähnlichen beruflichen Interessen einen Austausch zu schaffen und wertvolle praktische Erfahrungen von Ehemaligen an aktuelle Studierende weiterzugeben. Nachdem das Projekt im ersten Jahr mit vielen Anmeldungen von Studierenden gut gestartet sein, ginge es nun darum, noch mehr interessierte Alumni für das Mentoring zu gewinnen.

Nach Entlastung des alten Vorstandes wurde anschließend ein neuer Vorstand gewählt: Mit Konrad Scheuermann, Ferdinand Engelhard, Franziska Kukla, Carolin Franchini, Julian Schubert, Milena Höcht und Bastian Stein hat der Vorstand sieben neue Gesichter, während Anja Lerch als Mitglied des alten Vorstands weiterhin dabei ist. Weitere Details zur Mitgliederversammlung könnt ihr dem Protokoll entnehmen, das über den Newsletter verteilt wird.

 

Erstmals nutzten wir in diesem Jahr die Gelegenheit, die „Einfallstore“ mit dem Alumnitreffen zu verbinden. Ewa 60 Studierende kamen am Samstag Mittag in die Uni, um von den vier Referentinnen und Referenten auf dem Podium mehr über ihren Job im Bereich Entwicklungszusammenarbeit, Forschung, Internationale Organisationen und Logistik und über die Entscheidung für einen Masterstudiengang, Praktika und Jobsuche zu erfahren. Außerdem bot sich die Gelegenheit, sich mit den anderen anwesenden Alumni auszutauschen.

Stawistisch wurde es beim nächsten Programmpunkt: Die Herren Professoren Blanke, Mehlkop und Brodocz diskutierten mit Frau Dr. Stefanie Hammer zum Thema „1+1=3 – Herausforderungen des postfaktischen Zeitalters“. Dabei ging es unter anderem um die Rolle der Unwahrheit bzw. Lüge als politisches Mittel im historischen Kontext, die Definition des Faktums in der Tradition der Aufklärung und die Frage, ob der Begriff „postfaktisch“ das aktuelle Phänomen überhaupt korrekt bezeichne, da er doch ein faktisches Zeitalter voraussetze. Zur Diskussion standen auch die Herausforderungen, die sich für die Lehre an der Staatswissenschaftlichen Fakultät aus einer ständig wachsenden Fülle von Informationen, die nur schwer zu verifizieren sind und kaum wissenschaftlichen Standards genügen, ergeben. Es bestand Einigkeit: Die Lehre sollte von ethischen Grundsätzen der Forschung, einem „organisierten Skeptizismus“ geprägt sein und sich des sog. „publication bias“, also der Problematik, dass fehlgeschlagene Forschung oft nicht publiziert wird, bewusst sein, um sich eine gewisse Demut gegenüber den eigenen Forschungserkenntnissen zu bewahren. Unter diesen Bedingungen könnten an der Fakultät ausgebildete Staatswissenschaftler als gesellschaftliche Multiplikatoren wirken, die scheinbare populäre Wahrheiten kritisch hinterfragen.

 

Danach begann der gemütliche Teil des Treffens : Auf dem Grillplatz auf dem ehemaligen Spielplatz des Uni-Kindergartens hatten die Mitglieder des FSR zusammen mit Ghozi und Robert ein Grillbuffet gezaubert. Bei kalten Getränken, Satay-Spießen und Klebreis usw. tauschten sich Alumni, Studierende und Professoren in kleineren Gruppen aus, schwelgten in Erinnerungen oder führten lebhafte Diskussionen über aktuelle politische Themen. Dem zünftigen Ende eines gelungenen und mit ca. 40 Ehemaligen sehr gut besuchten Alumnitreffens konnte auch der Wolkenbruch nichts anhaben, der sich am späten Abend über dem Erfurter Himmel abzeichnete.

Mit einem gemeinsamen Frühstück am Sonntagvormittag fand das diesjährige Alumnitreffen seinen Ausklang.

 

Wir danken den mitwirkenden Professoren, dem Alumnibeauftragten der Fakultät, Robert Fritzsch, dem FSR Staatswissenschaften, Ghozi und allen weiteren Helferinnen und Helfern  für die tolle Unterstützung beim diesjährigen Alumnitreffen und freuen uns auf das nächste Jahr!

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