Alumna des Quartals: Julia Preuß

 

1) Was ist deine aktuelle Tätigkeit und was begeistert dich an ihr?

Ich bin bei der AUDI AG in Ingolstadt in der Transportlogistik tätig. Hierbei bin ich zuständig für Sonder- und Eventtransporte. Ich plane, organisiere und beauftrage dabei Transporte in die ganze Welt und koordiniere und überwache im Anschluss deren Durchführung. Erprobungsfahrten in Alaska, Händlerpräsentationen in Barcelona und  Qualitätschecks im Süden Afrikas gehören zu meinem Tagesgeschäft.
Hierbei bin ich nicht nur für einen kleinen Anteil der Logistik tätig, sondern für das „große Ganze“. Angefangen bei der Konzepterstellung über den Beschaffungsprozess inklusive Auftritten in sämtlichen Einkaufsgremien des VW-Konzerns bis hin zur tatsächlichen Logistikkoordination vor Ort bin ich für die Prozesse von A bis Z verantwortlich. Mittlerweile bin ich auch im Thema Zollrecht und Gefahrgutdeklaration zum Experten geworden. Das operative Transportgeschäft ist allerdings nur ein Teil meiner Tätigkeit. Ich bin gleichzeitig auch zuständig für zahlreiche Sonderthemen. Hierzu zählen beispielsweise Qualitätsaudits zur Spediteursperformance oder die Betreuung von Master-Seminaren an der TU-Dortmund…die Vielfalt ist quasi unerschöpflich.
Aufgrund der ziemlich breit gefächerten Studieninhalte, die mich innerhalb der Logistik unter vielen „hauptamtlichen Logistikern“ zu einem Exoten machen, kann ich mich in meiner Abteilung in vielen Themen einfach austoben, weil sie bislang noch von niemandem bearbeitet wurden. Diese Freiheit begeistert mich immer wieder.

2) Wie bist du dahin gekommen?
Während des Stawi-Studiums mit Hauptfach Wirschafts- und Sozialwissenschaften mit Nebenfach Rechtswissenschaften (die Personen unter euch mit Entscheidungsschwierigkeiten werden diese Kombination verstehen können) habe ich mehrere Praktika in der Automobilindustrie absolviert. Das Faible für Autos hatte ich schon von klein auf. Erst bei Audi, dann bei SEAT in Spanien und am Ende bei BMW in München – immer in den unterschiedlichsten Bereichen. Beim Berufseinstieg wurde ich dann zwar nach dem „roten Faden in meinem Lebenslauf“ gefragt, welcher der Personalerin anscheinend nicht ausreichend vorhanden war, der sich aber auch immer mehr immer mehr  als total überbewertet herausstellt. Mein „roter Faden“ ist die Vielfalt, die Internationalität, das Generalisten-Wissen. Meine Ansicht nach ist es viel mehr eine Bereicherung, verschiedenartige Fachbereiche, Firmen und Tätigkeiten mit ihren Sichtweisen zu kennen als mit 22 Jahren (so alt war ich am Ende meines Bachelors) bereits der Experte in ausschließlich einem Gebiet zu sein. Punkten konnte ich bei meinem Berufseinstieg sowohl mit der Kombination aus Wirtschaftswissenschaften als auch Rechtswissenschaften, aber auch ganz klar mit vielen Auslandsaufenthalten und Fremdsprachenkenntnissen. Dabei bin ich immer wieder für die Kooperationen der Uni Erfurt dankbar, die ein Auslandsstudium und die Anerkennung der entsprechenden Leistungen ziemlich unkompliziert ermöglicht hat.

3) Welchen Einfluss hat dein Stawi-Studium auf deinen beruflichen Weg gehabt, bzw. was bringt es dir für deine aktuelle Tätigkeit?
Das Stawi-Studium begleitet mich immer wieder bei den verschiedensten Aufgabenstellungen. Dank zahlreicher Statistik-Vorlesungen hatte ich das Handwerkszeug erlernt, um für die Transportlogistik ein Reportingtool zu konzipieren. Statistische Methoden auf das Transportkostencontrolling anzuwenden und generell ein Kennzahlenmanagement aufzusetzen, wäre vermutlich ohne entsprechende Vorlesungen und Übrungen nicht möglich gewesen. Die rechtswissenschaftlichen Grundlagen, die mir das Nebenfach eingebracht hat, kann ich tagtäglich für das Vertragswesen mit Spediteuren einsetzen. Zuletzt habe ich ein Projekt zum Thema „Auswirkungen des Mindestlohngesetzes auf die Transportlogistik hinsichtlich der Auftraggeberhaftung“ bearbeitet, was sicherlich leichter ist, wenn man ein gewisses Vorwissen mitbringt. Auch wenn man eventuell am Ende des doch sehr generalistischen Studiums gedacht hat, dass man „alles ein bisschen und nix gscheit“ kann (wie man hier in Bayern zu sagen pflegt), dann weiß man spätestens nach ein paar Jahren Berufserfahrung, dass man als Generalist den Vorteil des Weitblicks hat. Man kann Sachverhalte aus den diversesten Seiten betrachten, da man im Rahmen des interdisziplinären Studiums auch diese Fähigkeit ausgebaut hat. Ich vermute außerdem, dass ich nicht unbedingt ein wirtschaftswissenschaftliches Studium gewählt hätte, wenn ich nicht als Stawi im ersten Jahr die Möglichkeit gehabt hätte, mal hineinzuschnuppern. Alles in allem war es für mich ein wunderbar passender Studiengang!

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