Alumnitreffen 2015

Das Alumnitreffen der Erfurter Staatswissenschaftler hat sich fünf Jahre nach dem ersten Anlauf zu einer Konstante für die Absolventen entwickelt. Es wurde über aktuelle politische Themen diskutiert und der Kontakt mit Fakultät und Studierenden gesucht.

Bei lockerer Atmosphäre und bestem Wetter lud der Alumniverein Staatswissenschaften der Universität Erfurt e.V. am dritten Maiwochenende ins Studentenzentrum Engelsburg nach Erfurt ein.

Um Raum zu schaffen für den persönlichen Austausch, das Netzwerken und zum Erleben der wunderbaren Frühlingstage in der Erfurter Altstadt, wurde das Rahmenprogramm in diesem Jahr bewusst schlank gehalten. So trafen am Freitagabend die Absolventen im Double B ein, um alte Bekannte wiederzusehen und neue Kontakte zu knüpfen. Insbesondere die jüngeren Absolventen, die zum ersten Mal ein Alumnitreffen besuchten, waren gern gesehen.

Da Staatswissenschaftler/innen in der Regel am liebsten über Politik, Gott und die Welt reden, begann der Samstag mit einer inhaltlichen Podiumsdiskussion zu einem aktuellen und interdisziplinären Thema. Per Onlineumfrage unter den Alumni wurde vorab das Thema „Sanktionen“ festgelegt. Herr Prof. Brodocz (Dekan und Professur für Politische Theorien), Herr Prof. Ettrich (Professor für Strukturanalyse moderner Gesellschaften) und Herr Prof. Mehlkop (Professor für Methoden der empirischen Sozialforschung sowie Alumnibeauftragter der Fakultät) lieferten Impulse, bevor das Publikum in die Diskussion einsteigen durfte. Dabei wurde deutlich das staatswissenschaftliche Talent sichtbar, Problemstellungen nicht nur im aktuellen und konkreten Kontext, sondern zuvorderst auch im semantischen, ursprünglichen Sinn zu begreifen – obwohl der Rückgriff auf die tagespolitischen Herausforderungen im Zusammenhang mit Russland, dem Iran oder Nordkorea unvermeidlich war. Wie für erprobte Staatswissenschaftler/innen üblich, reichte das angedachte Zeitfenster für die inhaltliche Debatte natürlich bei weitem nicht aus.

Doch auch der nächste Tagesordnungspunkt versprach langanhaltende Diskussionen. Der „Bericht aus der Fakultät“ von Dekan Brodocz hielt einige Neuigkeiten bereit. Nach dem in der vergangenen Jahren die Entwicklung an der Universität und in der Fakultät im Besonderen Anlass zur Sorge gab, konnte Brodocz dieses Jahr fast ausschließlich von positiven Neuerungen berichten. Die neue Landesregierung in Thüringen und vor allem die neue Unileitung erlauben weitaus bessere Rahmenbedingungen für die Staatswissenschaften als noch in den vergangenen Jahren. Auch scheinen die universitären Forschungsschwerpunkte „Bildung” und “Religion“ in Zukunft nicht mehr in Stein gemeißelt, so dass sich der Einfluss für die Staatswissenschaften vergrößern könnte. Die Studierendenzahlen steigen kontinuierlich an und auch die neue Studienrichtung „Internationale Beziehungen“ hat bisher nicht zu dem teilweise befürchteten Crowding-Out des eigentlichen Stawi-Studiengangs geführt. Bei der Studienplatzvergabe zeigt sich zudem deutlich, dass sich fast ausschließlich sehr gute Bewerber/innen um einen Studienplatz in Staatswissenschaften bemühen, so dass die akzeptierten Notenschnitte der Abiturienten immer weiter ansteigen. Eine mittelfristig größere Herausforderung stellt angesichts der wachsenden Studierendenzahlen das Raumproblem an Fakultät und Universität dar. Die bestehenden Kapazitäten sind zu gering, da das Audimax aus Brandschutzgründen derzeit nicht nutzbar ist und das neue Hörsaalgebäude (offiziell Kommunikations- und Informationszentrum) erst gegen Ende des Jahres bezugsfertig sein wird. Dadurch müssen die Studierenden teilweise auf Einrichtungen außerhalb des Campus‘ ausweichen. Die Diskussion mit den Alumni über die aktuelle Lage und Ausrichtung der Fakultät zielte auch darauf, welche Arbeitsmarktmöglichkeiten und Entwicklungschancen das Studium letztlich bieten sollte und wo die Nische und Stärke für die Staatswissenschaften an der Universität Erfurt liegen.

Nach dem Mittagessen wurde die Mitgliederversammlung des Vereins abgehalten. Nach der Entlastung des alten Vorstandes wurde ein neuer Vorstand gewählt. Dieser zeichnet sich durch Kontinuität weiterhin aktiver Vorständler/innen und die Aufnahme jüngerer, teils noch an der Universität verhafteter Mitglieder, aus. So konnten wir beispielsweise Anja Lerch für den Vorstand gewinnen, die gleichzeitig Alumnibeauftragte des aktuellen Fachschaftsrats ist.  Es standen auch einige programmatische Entscheidungen an, bspw. dass in Zukunft ein jeweils zweijähriger Turnus für größere Treffen in Erfurt geplant ist. Dazu sollen die Treffen der Regionalgruppen und kleinere, unterjährige Treffen, die nicht notwendigerweise in Erfurt stattfinden müssen, verstärkt werden. Mit immer weiteren Jahrgängen, die das Studium erfolgreich abschließen, steigt auch in der regionalen Breite das Wachstumspotential, was sich zuletzt an gut besuchten Regionaltreffen etwa in Berlin und Frankfurt bestätigt hatte. Weitere Details zur Versammlung können die Mitglieder dem versandten Protokoll entnehmen.

Zum Ende des Nachmittags fanden sich die über 30 Alumni zusammen, um sich mit vielen aktuellen Studierende über ihren Werdegang nach dem Studium auszutauschen und Tipps & Tricks zu geben, welche Entscheidungen für die persönliche und berufliche Entwicklung sinnvoll sind. Nach einer großen Vorstellungsrunde wurden die Gespräche in kleineren Gruppen fortgesetzt. Damit wurde auch der gemütlichen Teil des Abends eingeleitet, der dann im Stadtgarten zu Balkanbeats zu später Stunde irgendwann sein Ende fand.

Mit dem Brunch am Sonntagvormittag in der Engelsburg endete das diesjährige Stawitreffen.

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